St. Josefskrankenhaus Heidelberg GmbH

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18. Mai 2012

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Donnerstag, 01. Dezember 2011

Mit Hochdruck der Volkskrankheit entgegenwirken - Herztag im St. Josefskrankenhaus

Einen tiefen Einblick in die Arbeit der Inneren Medizin und der Kardiologie bekamen die mehr als 250 Besucher, die am Samstag insHeidelberger St. Josefskrankenhaus zum Herztag 2011 gekommen waren. Unter dem Motto „Bluthochdruck und Herz - eine ungünstige Verbindung" erläuterte das Ärzteteam in Vorträgen Ursachen, Symptomatik wie auch mögliche Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks. Vor allem aber gaben sie den Zuhörern wichtige Ratschläge zur Blutdrucksenkung an die Hand, „denn", so verdeutlichte Priv. Doz. Dr. Carsten Krüger, Chefarzt der Inneren Medizin: „spätestens ab dem 50. Lebensjahr leidet jeder Zweite an Bluthochdruck". Das konnten die Besucher gleich selbst überprüfen: An verschiedenen Ständen auf dem Klinikgelände wurden Blutdruck- und Blutzuckermessungen sowie weitere Gesundheits-Checks angeboten.

Herzkatheter und Doppleruntersuchung

Auch fortgeschrittene medizinische Diagnostik war am eigenen Leib zu erfahren: In der Kardiologie konnten die Besucher eine Ultraschalluntersuchung am Herzen vornehmen oder sich die Beingefäße per Dopplertest auf Verkalkungen untersuchen lassen. Futuristisch sah es im Herzkatheterlabor aus, wo die Fachkräfte dem interessierten Publikum die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten dieser Methode erklärten: An einer Arterie in der Leiste wird ein Schlauch bis zum Herzen eingeführt, mit dem an bestimmten Stellen Kontrastmittel verabreicht wird. Damit können die Ärzte Engstellen erkennen und diese sogar behandeln: Mit Ballons oder Stents (kleinen Drahtgeflechten) werden Ablagerungen beseitigt, Gefäße geweitet und stabilisiert - zur Veranschaulichung musste am Herztag allerdings eine Puppe herhalten. Ergänzt wurde das Angebot in den benachbarten Räumen der Louise von Marillac-Krankenpflegeschule durch Erste-Hilfe-Übungen, Entspannungs- und Atemanleitungen sowie eine Industrieausstellung.

Volkskrankheit Bluthochdruck

An einem konkreten Beispiel veranschaulichte Chefarzt Dr. Carsten Krüger, wohin Bluthochdruck führen kann: Der ehemalige amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt starb im Alter von 63 Jahren an einem Hirnschlag - als Folge von jahrelangem Bluthochdruck, den sein Leibarzt zwar akribisch protokolliert, aber nicht adäquat behandelt hat. Leider, so führte Krüger aus, sei Deutschland im europäischen Vergleich das Schlusslicht bei der richtigen Behandlung von Bluthochdruck: Nur 7% der Männer und 25% der Frauen, die an Hochdruck leiden, werden so behandelt, dass ideale Werte von 120 zu 85 dauerhaft und kontinuierlich erreicht werden. Ab einer Grenze von 140 zu 90 spricht man von Bluthochdruck, dessen Symptome jeder kennt: Roter Kopf, leichte Kopfschmerzen oder Beklemmungsgefühle können dann auftreten. Mit der richtigen medikamentösen Behandlung, vor allem aber einer Anpassung der Lebensumstände, könne man seine Werte und damit das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle deutlich verringern: Regelmäßige Bewegung und gesunde, „mediterrane" Ernährung seien wesentlich zur Senkung des Blutdrucks. Gleichzeitig müsse man Übergewicht abbauen und Stress vermeiden.

Anschließend ging der leitende Oberarzt Dr. Rüdiger Bischoff näher auf die Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks ein: Augen, Nieren, Herz, Gehirn und Gefäße können dadurch in unterschiedlicher Weise geschädigt werden. Der Arzt zeigte beeindruckende MRT- und Röntgenaufnahmen von geschädigten Organen, welche die Zuhörer mahnten, auf ihre Werte zu achten. „Nur regelmäßige Messungen zeigen, wie der Blutdruck wirklich ist. Denn Hochdruck tut nicht weh", erläuterte Bischoff den Grund, warum die Erkrankung häufig unbehandelt bleibt. Oberarzt Dr. Tobias Steffek erläuterte in seinem abschließenden Vortrag die aktuellsten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten des Bluthochdrucks. (ckl)